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EIN SPEZIALIST


Ein Film von Rony Brauman & Eyal Sivan
Regie und Produktion Eyal Sivan

 

EIN SPEZIALIST -  ein Drama im Gerichtssaal. Der Film zeichnet das Bild eines diensteifrigen Bürokraten, der immensen Respekt vor Gesetzen und Hierarchien zeigt, der - als SS-Offizier tätig im Reichssicherheitshauptamt - für die Vernichtung von Millionen von Menschen verantwortlich war. Ein Verbrecher des Zeitalters der Moderne.

Die Anklage beschreibt den Angeklagten als einen blutrünstigen Perversen, als Lügner macchiavellistischen Stils und als Serienkiller. Dabei wirkt er wie ein ruhiger Familienvater, zugleich komisch und doch furchteinflößend in seiner Banalität. Obwohl er die Rolle nicht leugnet, die er in dem verbrecherischen Unterfangen spielte, versteckt er sich hinter den Anweisungen der Vorgesetzten, seiner Gehorsamspflicht und dem Fahneneid. Er ist der Auffassung, daß die Tatsache, da er lediglich Organisator des Verbrechens war, ihn juristisch entlaste, auch wenn diese Rolle ihn nicht völlig aus der Verantwortung entlasse. Sie sei rein administrativ, logistisch und bar jeder Leidenschaft gewesen.

Der Angeklagte, Adolf Eichmann, ist ein mittelgroßer Mann in den Fünfzigern, kurzsichtig, fast kahlköpfig, nervös zuckend. Während des gesamten Prozesses sitzt er in einer Glas-Kabine, umgeben von Dokumentenstapeln, in die er Notizen einträgt und in denen er unablässig herumblättert und nachliest. Als erfahrener Experte für Emigration und Spezialist für die “Jüdische Frage” und von 1941 bis 1945 verantwortlich für den Transport der “aus rassischen Gründen” in die Nazilager Deportierten, beschreibt er seine Arbeit mit einer bürokratischen Präzision, die einem den Atem nimmt. Im Angesicht des Gerichts und der Überlebenden, die der Hölle entkamen, in die er sie geschickt hatte, gibt er zu, den Todesfabriken “Menschenmaterial” zur Vernichtung zugeleitet zu haben. Er bemüht sich, seinen Konflikt zwischen Pflicht und Gewissen darzulegen, und besteht dann darauf, daß niemand ihm vorwerfen könne, seine Arbeit schlecht getan zu haben.

Eingenommen von der Vorstellung, er sei ohne jede Macht gewesen, trägt der Angeklagte vor, da jegliche Einflunahme seinerseits auf das Geschehen lediglich “ein Tropfen auf den heien Stein hätte sein können” und da er “ein Instrument in den Händen übergeordneter Mächte” war. Er sagt, wenn er es nicht gemacht hätte, dann hätte es an seiner Stelle ein anderer getan.

Der Kontrast zwischen der Monströsität des Verbrechens und der Mittelmäßigkeit des Angeklagten überrascht bereits auf den ersten Blick, aber noch weit mehr im Verlaufe der dreizehn Szenen, die diesen Film ausmachen, der das Porträt eines erschreckend normalen Mannes enthüllt.

EIN SPEZIALIST  ist ausschlielich komponiert aus Teilen des unveröffentlichten Filmmaterials der 350 Stunden langen Aufzeichnung des spektakulären Prozesses gegen den Naziverbrecher Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem.

 

 

 

 

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